Mitmachen tut not – gebt euch einen Ruck!

Liebe EA-Freunde,

heute wende ich mich einmal mit einigen ganz persönlichen Worten an euch. Weil es in mir kocht – und zwar so richtig! Seit mittlerweile über 7 Jahren setze ich mich für die EA-Gemeinschaft als Vorstand des EA-Vereins ein. Und hatte zudem auch in der Gemeinschaft selbst lange einen zentralen Dienst übernommen. Daher weiß ich nur zu gut, was von den Engagierten in unseren zentralen Diensten, der EA-Intergruppe, in diesen Jahren geleistet wurde und wird: Es ist eine Menge, eine richtig große Menge. Und vieles läuft – nur deshalb! – ja auch wirklich richtig gut bei EA in den letzten Jahren. Was nicht jede A-Gemeinschaft von sich behaupten kann.

Warum also kocht es denn da in mir? Ganz einfach: Es waren und sind einfach zu wenige, die sich meeting-übergreifend engagieren. Die Folge: Die Wenigen muten sich permanent zu viel zu. Ein Dienst ist nicht besetzt? Die anderen Engagierten versuchen, das irgendwie auszugleichen. Die Organisatoren von EA-Veranstaltungen rufen wegen fehlender Engagierter bei der IG um Hilfe? Bekommen sie. Irgendwer erklärt sich bereit, auch an dieser Stelle auszuhelfen. Bei der Ausrichtung einer EA-Veranstaltung wohlgemerkt. Das ist eine Aufgabe, zu der sich eigentlich in guter A-Tradition jedes starke Meeting einmal jährlich geradezu verpflichtet fühlen sollte als Werkzeug eigener Genesung. Und mit der die Intergruppe herzlich wenig zu tun hat. Und so weiter und so fort.

All‘ das geht natürlich an die Substanz. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Engagierten leidet dadurch immer wieder. Der Mit-Engagierte mutiert in der Wahrnehmung vom Mitstreiter zum Stressor. Eine Situation, die dann natürlich auch Entscheidungen darüber beeinflusst, ob jemand seinen Dienst fortsetzt oder nicht – oder vorzeitig niederlegt. Wie jetzt wieder geschehen. Zur Zeit sind bis auf einen alle Dienstbereiche nur einfach besetzt und die Dienste Intergruppensprecher und Öffentlichkeitsarbeit gar nicht. Letzterer seit Jahren! Wie soll eine Gemeinschaft gedeihen, die ihre Botschaft nicht zu denen trägt, die sie noch nicht kennen? Ganz einfach: Sie gedeiht nicht, sie vertrocknet langsam im eigenen Saft. Kein Intergruppensprecher? Heißt unter anderem: Keine Koordination zwischen den Diensten. Keine GSV. Keine IGV. Aber das darf natürlich nicht sein! Also finden die Engagierten wieder irgendeine (Not-)Lösung. Aktuell z.B. habe ich einige der Aufgaben des Dienstes IG-Sprecher kommissarisch übernommen. Andere aus der IG weitere. Aber vieles – meist das, was langfristig wichtig ist für die Gemeinschaft, aber eben nicht kurzfristig dringlich – fällt unter den Tisch.

Und da frage ich euch – in einer Gemeinschaft, der sich Tausende zugehörig fühlen und viel verdanken: Woran liegt das? Sind wir in EA bequem geworden und machen uns vor, persönliche Genesung in EA und Dienst für EA seien zu trennen – in den Gruppen genauso wie übergreifend? Zentrale Leistungen wie Literatur, Homepage, Meetingliste etc. fielen einfach so vom Himmel? Die großen Treffen fänden von alleine statt? Neue Freunde würden auf wundersame Weise von alleine auf EA aufmerksam und fänden dann ohne tätige Begleitung auf Dauer ins Programm?

Nein, so ist es natürlich nicht. Und deshalb heute mal die ganz einfache Frage an jede(!) und jeden(!) von euch, an alle EA-Freunde: Siehst du tatsächlich keinerlei Möglichkeit, dich – sei es für dein Meeting vor Ort oder für die zentral zu erledigenden Aufgaben von EA – aktiv(er) zu engagieren? Ist es tatsächlich so, dass du nichts beizutragen hast zur Gemeinschaft und ihrem Gedeihen – außer die Geschenke zu nehmen, die das Programm und die Gemeinschaft dir kostenlos bieten?

Und wenn du diese Fragen nicht ganz klar und ehrlich mit „Ja“ beantworten kannst: Dann raff dich auf und frag bei der Intergruppe (E-Mail: intergruppensprecher@ea-selbsthilfe.net oder Tel.: 06031 1604 168), wo du einen kleinen Teil der gemeinsamen Aufgaben mitgestalten kannst.
Ulrich (Frankfurt)

3 Gedanken zu „Mitmachen tut not – gebt euch einen Ruck!

  1. Carsten

    Vielen Dank Ulrich für Deinen Dienst und diesen Blog-Eintrag!

    Ich denke, dass viele EA-ler/-innen auf den verschiedensten Ebenen die Botschaft weitergeben und Dienst tun. Meines Erachtens mangelt es oft an der Kommunikation zwischen nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Deswegen wäre es wichtig, die Informationen über dringend zu besetzende Dienste und gerne auch einen solch persönlichen Beitrag wie diesen hier in den monatlichen Infobriefen unterzubringen und auch immer wieder auf die negativen Konsequenzen von nicht besetzten Diensten für jedes einzelne EA-Meeting hinzuweisen.

    Gute 24 Stunden, Carsten (Berlin)

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  2. Anita

    Es ist schwierig geworden Dienst in der Gemeinschaft darzustellen. In EA geht es nicht nur darum: ” Was kann ich für mich rausholen?” Sondern auch darum: “Was kann ich zur Gemeinschaft beitragen?” Es ist wichtig, das EA Programm an diejenigen weiterzugeben, die es wollen. Die Zwölf-Schritte dienen der individuellen Genesung und die Traditionen der Gruppengesundheit und der Gemeinschaft.
    Die 2. Tradition ist das Bindeglied für Diensttuende in der Gemeinschaft: „Unsere höchste Autorität ist ein liebender Gott, wir herrschen nicht, wir dienen.“ In allen Diensten, werden wir gewählt, bleiben ausübende Diensttuende, ausgestattet mit Vertrauen. Diensttuende sind engagiert, indem sie Prinzipien, Grundsätze und Pläne umsetzen und dabei bei uns das Bedürfnis wecken, sie zu unterstützen und bei der Arbeit helfen. Wir wissen, dass unsere Genesung auch vom Funktionieren der Gruppen also auch der Intergruppe abhängig ist.

    Links auf der EA-Webseite von außerhalb von EA lenken meines Erachtens sehr von unserer eigentlichen Aufgabe, die Botschaft weiterzugeben, ab. Die Vielfalt im Netz dient nicht EA. Haben wir nicht genügend Hinweise in eigener Sache?

    Auch sollen wir keine Werbung für A-Freizeiten, die sich zwar auf das Zwölf-Schritte-Programm berufen, wobei aber nicht sichergestellt ist, dass sie sich nur annähernd an das EA-Programm halten. Welche Traditionen gelten hier jeweils? An wen spenden sie denn? Sie sind niemandem verpflichtet? Sie müssen sich an gar nichts halten und können machen, was sie wollen. Es geht darum, klare Grenzen zu ziehen.
    “Die 6. Tradition warnt uns einfach vor Gruppenaktivitäten, die uns in EA überforrdern, uns in Abhängigkeit von Institutionen bringen und in alle möglichen Interessenkonflikte verwickeln könnten.”*
    *aus dem Blauen Buch der EA

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    1. Kay

      Die „Links auf der EA-Webseite von außerhalb von EA“ sollten erhalten bleiben. Der Genesung mit Hilfe des 12-Schritte-Programmes dienen alle A-Gemeinschaften. A-Gemeinschaften sind nebeneinander auf dem Weg, nicht gegeneinander. EA reiht sich ein in eine Vielzahl von Hilfsangeboten, die letztlich die Genesung des Einzelnen durch Selbsthilfe im Blick haben. Bei allen 12-Schritte-Gruppen, allen A-Gemeinschaften gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Einfache und schlichte Hinweise auf die Existenz von anderen A-Gemeinschaften sind deshalb keine Werbung. Sie sind Ausdruck von Respekt und zugleich Ausdruck des Vertrauens, dass sich andere 12-Schritte-Gemeinschaften um die gleichen Zwecke bemühen – nämlich für Menschen, die Hilfe suchen. Es intendiert, dass jede Person, die für sich selbst richtige 12-Schritte-Gruppe wählen darf und sollte – nämlich die, die für die eigene Genesung hilfreich ist. Deshalb hat sich die EA-Intergruppe für die Beibehaltung der Links und Hinweise auf andere 12-Schritte-Gruppen entschieden und das ist auch gut so.

      Genauso richtig ist es aber auch – um das Thema des Blogbeitrages aufzugreifen: Das EA-Programm hat so vielen schon geholfen. Umso verwunderlicher ist, dass der Teil des letzten Schrittes: “… versuchten wir, diese Botschaft weiterzugeben …” nur wenige dazu inspiriert sich im überregionalen Dienst einzubringen.

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