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Gib mir Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann

So lautet es im Gelassenheitsspruch. All zu oft scheue ich
aus Angst davor, daß etwas doch nicht klappen wird vor einer
Aufgabe zurück. Aus Angst vor dem Schmerz des Scheiterns.

Auch die Situation in den EA-Gruppen – es kommen immer weniger
Leute – die Gruppen werden immer kleiner, führt mich in meine
Hilflosigkeit. Ich fühle mich überfordert etwas zu tun.

Doch manchmal ist es gar nicht so schwer. Letzt hat aus unserer
Gruppe jemand ein paar Faltblätter „EA in Stichworten“ mit unseren
Meetingsinformationen in einigen Supermärkten in der Umgebung
aufgehängt. Viele Supermärkte haben ja ein Brett für Informationen
von Kunde zu Kunde.

Ich habe mir gedacht: Na das hilft ja ohnehin nichts Ich habe
mir Gründe ausgedacht, warum das nicht funktionieren wird. Laut
gesagt habe ich das aber lieber nicht. Doch tatsächlich. 1 Woche
später waren zwei neue Interessierte da, die dann auch tatsächlich
darüber den Weg zur Gruppe gefunden haben. Ich habe mich total
gefreut und lebendig gefühlt.

Und da habe ich mich aufgemacht und habe ein paar wenige Ärzte
per E-Mail angeschrieben und EA vorgestellt und angeboten ein
paar Flyer vorbeizubringen. Mein innerer Kritiker war auch gleich
wieder da: „Das wird nichts!“ „Die finden das bestimmt bescheuert!“
und noch einiges mehr. Aber ich habe die Gedanken mit einem Lächeln
zur Kenntnis genommen und mir nur gedacht: „Das weiß ich doch über-
haupt nicht!“ Vielleicht wird’s nix, vielleicht aber doch! Und wer
nicht aufhört es zu versuchen, der hat die Chance, dass es auch
eines Tages gelingen wird!

Viele Grüße,
Tobias

Neue Literatur

Beim Deutschlandtreffen wurden die ersten 8 Flyer der neuen Themenreihe vorgestellt. Der Literaturbestellschein ist aktualisiert und es können folgende Themen bestellt werden:

Trauer, Groll, Kontrolle, Einsamkeit, Selbstwertgefühl, Hochsensibel, Wut & Perfektionismus.

Tipp: bestellt ein Leporello dazu! Diese Flyer sind geeignet für Themenmeetings, um Menschen an Selbsthilfetagen anzusprechen, aber auch zum persönlichen Gebrauch auf dem Weg der Genesung.

Weitere Themen folgen voraussichtlich zum Ende des Jahres. Wir danken an dieser Stelle allen Beteilgten, die zum Teil schon in den 80er Jahren an den Übersetzungen arbeiteten.

Für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit haben wir eine neue Broschüre im Programm: Bestellnummer 148 > Information für helfende Berufe < , 25 Stück kosten 1€ und sind gut für Selbsthilfetage oder Info-Anschreiben an Ärtze/Therapeuten/ Selbsthilfebüros usw geeignet.

Euer Literaturteam

Mobbing im Meeting – Kann das sein?

Der Titel einer 2012 an der Universität München eingereichten Dissertation lautet: „Bei uns gibt es kein Mobbing!“

Tatsächlich lässt sich in Gruppen leicht ein Konflikt eingestehen, nicht aber Mobbing. Das findet immer anderswo statt. Nicht dort, wo man eventuell selbst mitmacht oder es geschehen lässt. So würde einem „Neuen“ in EA gerne und ohne Nachweis geglaubt werden, dass ihn Mobbing am Arbeitsplatz in eine Depression trieb. Dass aber in einem Meeting, im eigenen, gemobbt wird, nein, das kann unmöglich sein. Schließlich sind „wir“ doch die Guten.

Es muss daher eine Verleumdung sein, Geschwätz, wenn behauptet wird, in einer Gruppe habe Mobbing stattgefunden. Ein Spinner, der so etwas denkt und sagt. Und wenn schon, dann hat er es sich selbst zuzuschreiben. So ungefähr dürfte typischerweise der denken, der sicher ist: „Bei uns gibt es kein Mobbing!“ Auch in den Kirchen denkt man ähnlich. Dass es dort ebenfalls menschelt und mitunter mobbt, sieht man auf der Website david-gegen-mobbing.de.

In 12-Schritte-Gruppen, zumal in EA, gibt es hohe Hürden gegen Mobbing. Ein Regelwerk, das Mobbing zumindest unwahrscheinlich macht. Einmal erlebte ich in einer Gruppe sogar ein Übermaß an Toleranz: Durch einen jungen Mann, der sich regelmäßig in aggressiven Schimpftiraden erging, lichteten sich allmählich die Reihen. Draußen bespuckte er Leute, drinnen machte er vor allem Frauen Angst. Lange Zeit wagte niemand, ihm Einhalt zu gebieten.

Viele Jahre später erlebte ich dann erstmals in EA ein echtes Mobbing, als Betroffener.
Und nein: Es lag nicht daran, dass ich zuvor Regeln verletzt hatte, dass ich „schwierig“ oder zu „empfindlich“ war.  Ich war einem anderen wortführenden Gruppenmitglied in die Quere gekommen, das gerne seine diversen politischen, „umweltlichen“ und sonstigen Ansichten im Meeting verbreitet.

Der Gruppensprecher brachte das Geschehen eigentlich mit wenigen Aussagen auf den Punkt:

 „Es ist doch nur eine Person, die mit Dir ein Problem hat“ (Gemeint war der ‚Wortführer‘).

 „Er mag halt nicht die Art, wie Du redest.“ (Gemeint war meine eher sachlich-nachdenkliche Art)

„Das ‚Problem‘ ist mit Logik und Argumenten nicht zu lösen.“ (‚Problem‘ = Mobbing)

„Ich spüre, dass Du darunter stark leidest.“ (Gemeint waren die Auswirkungen, von mir erlebt wie „Seelengewalt“)

 „Ich würde Dir raten, nicht (zum ‚Arbeitsmeeting‘) zu kommen.“

Das „Problem“ des Gruppensprechers:  Er hatte nicht den Mut, sich gegen die Stimmung zu stellen, die das wortführende, eloquente Mitglied mehrmals in Meetings (auch in meiner Abwesenheit) gegen mich erzeugt hatte. Es hätte seine eigene Position in der Gruppe gefährdet, ebenso die langjährige Freundschaft mit dem ‚Wortführer‘.

Ein „Arbeitsmeeting“, durch Stimmungsmache bzw. ‚Emotionstechnik‘ in meiner Abwesenheit schnell auf den Weg gebracht, sollte als Ort meiner Ächtung dienen (s. a. https://www.ea-selbsthilfe.net/2018/05/atheismus-und-pluralitaet-in-ea). Dann das kafkaeske Prozedere im „Arbeitsmeeting“:  Volle Breitseite gegen mich, während mir faktisch der Mund verboten wurde. Weil weder Logik noch Argumente, weder Fairness noch Transparenz zählten, gab es kein Protokoll dieses „Arbeitsmeetings“, keine irgendwie festgehaltenen Resultate. Spätere Fragen zu diesem speziellen Meeting werden nicht beantwortet, sie führen stattdessen zum Abbruch der Kommunikation.

Das Angebot des örtlichen Selbsthilfezentrums zu Gespräch und neutraler Mediation wird vom Gruppensprecher kurzfristig vor dem schon Wochen zuvor vereinbarten Termin verworfen – ohne jede Begründung. Von mir detailliert dokumentierte Regelverstöße werden ignoriert, ebenso meine Bitte zu einer Gruppeninventur.

Ich selbst hatte so etwas in drei Jahrzehnten bei EA zuvor noch nicht erlebt. Dass es auch in 12-Schritte-Gruppen zu Mobbing kommen kann, zeigt u.a. ein Leitfaden von CoDA Deutschland zur Gruppeninventur. Cliquenbildung und Mobbing sowie die Bildung von Hierarchien werden in diesem Leitfaden als primäre Gründe für eine solche Inventur genannt. Es scheint so etwas also auch anderswo zu geben.

Wer hat in EA schon einmal Ähnliches erlebt?
EA-Oldie

EA auf dem Selbsthilfetag in Potsdam

Am 2. Juni fand in Potsdam der 1. Selbsthilfetag statt. Die dortige EA-Gruppe hatte nicht nur einen Tisch mit Literatur und Flyern sondern auch ein Rollup, das sie mit Unterstützung und Genehmigung der EA Schweiz geändert und anfertigt hatte. Diese Vorstellung von EA wurde super angenommen und hat zu intensiven Gesprächen beigetragen.

Mehr zum Thema Öffentlichkeitsarbeit wird beim Workshop in Montabaur erarbeitet.

Atheismus und Pluralität in EA

Was war das damals eine tolle Gruppe, 1986, in Darmstadt, in einem Raum der evangelischen Südostgemeinde am Herdweg! Brechend voll, 20 – 30 Leute saßen in der Runde, oft in zwei Reihen, man hielt sich die Hand, lehnte sich aneinander an. Die jüngsten kaum älter als zwanzig, die ältesten schon über siebzig.  Offen wurde über seelische Nöte gesprochen. Die plagten auch mich, aber ich verbarg sie, wo immer es möglich war.

SPIEGEL-Berichte von Jürgen Leinemann über die Anonymen Alkoholiker hatten mich neugierig auf diese „anonymen“ Gruppen gemacht. In Bonn regierte noch Helmut Kohl, in Ost-Berlin Honecker, das Privatfernsehen mit seinen Realityshows war gerade im Entstehen.

Sich mit Erkrankungen zu outen war zwar kein Novum mehr, für mich persönlich aber war die in dieser EA-Gruppe erlebte Offenheit und Herzlichkeit im Umgang miteinander neu und ungemein beeindruckend. Das teilweise religiöse Vokabular des „Programms“ sah ich skeptisch, überlagert wurde dieser Eindruck aber von der praktizierten Toleranz. Es konnte jeder reden, wie ihm der Schnabel gewachsen war. Sogar eine rüde Ausdrucksweise war geduldet, solange niemand persönlich angegriffen wurde.

Dass mit „Störung!“ bei Redebeiträgen interveniert und de facto oft auch kritisiert wird, habe ich damals nicht erlebt. Jedenfalls nicht in den Gruppen, die ich besuchte, auch nicht auf großen (über-) regionalen Treffen. Das EA-Buch versprach diese Toleranz ja auch: „Die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft in unserer Gemeinschaft ist ein aufrichtiger Wunsch, emotional gesund und stabil zu werden… Auch Personen mit keiner genau definierbaren Höheren Macht werden Mitglieder; auch Menschen, die den Glauben an eine höhere Macht … verloren haben.“

Dass die Natur, das Universum, das Schicksal Mächte sind, die größer sind als ich selbst, ist für mich eine Binsenwahrheit und keine Sache des Glaubens. Ungläubig glauben müsste ich aber, dass eine Welt, in der es so viel Leid und Unrecht gibt, von einem gütigen Gottvater geschaffen wurde und „regiert“ wird. Dieser Glaube fehlt mir – bis heute.

In einem Meeting zum 11. Schritt sprach ich vor einigen Monaten davon, wie ich als Atheist Besinnung und Meditation praktiziere. Das führte zur wütenden Reaktion eines anderen – während ich sprach und auch danach. Es sei ein „Höhere Macht-Bashing sondergleichen“, wenn und weil ich das monotheistische Gottesbild kritisch sehe. Aber wäre es nicht ein Etikettenschwindel, wenn 12-Schritte-Gruppen nach außen und in der Theorie die freie Deutbarkeit der „Höheren Macht“ betonen, aber innen und in der Praxis eine Gleichsetzung der Höheren Macht mit dem traditionellen Gottesbegriff stattfindet und erwartet wird?

Ich jedenfalls wurde in der Folge als angeblicher Saboteur des „Programms“ abgewertet und ausgegrenzt. War dieses Prinzip also nur noch Makulatur: „Jeder und jede hat das Recht auf die eigene Meinung und darf diese beim Meeting (im Rahmen der EA-Regeln) äußern. Wir sind alle gleich – niemand ist wichtiger als die anderen.“

Zum Glauben an Gott habe ich so nicht gefunden. Stattdessen ging mir der Glaube an diese konkrete Gruppe verloren und der in 30 Jahren gewachsene Glaube an die Gemeinschaft EA wurde nachhaltig erschüttert.

Ein EA-Oldie

Bielefeld – neue EA Gruppe in Gründung

In Bielefeld wird aktiv die Gründung einer neuen EA-Gruppe angegangen. Wer also Interesse hat oder dort Interessierte kennt – bitte weitersagen oder Bescheid geben:
kontaktstelle(ät)ea-selbsthilfe.net. Ich leite alles dann gerne weiter.

Ein gutes (langes?) Wochenende mit hoffentlich viel Sonne allen Lesenden!

Andrea (EA-Kontaktstelle)

 

Post aus der Schweiz

Aus der Schweiz erreichte mich folgende Nachricht, die ich gerne weiter gebe, weil das so richtig Lust macht, dabei zu sein
3x gute 24h – Andrea (Flyer – siehe „Aktuelles“)

Liebe EA Freunde

Bald findet das CH-EA Jahrestreffen statt. 11.-13. Mai 2018 in Seengen/AG.
Es gibt nur noch wenig freie Zimmer im Seminarhaus.
„d schneller isch d gschwinder mit amälde“

Es erwartet euch ein bunt gespicktes Programm.
– Individuelle Meetings
– Dancing Abend
– Feuerschale Ritual
– Meditation
– Feines Essen
– Top Aussicht auf den Hallwilersee

und noch einiges mehr
Das Luzerner Organisations-Team freut sich auf eure Teilnahme
Bis bald – Have a good 24h time
Liebe Grüsse
Katrin

12 Schritte als Weg

Liebe Leute!

Mein Name ist Christian, ich bin hochsensibel, chronisch einsam und emotional instabil.

Ich habe einige Jahre versucht die 12 Schritte zu machen. Ich bin dankbar für die Menschen, die ich in den Meetings erleben durfte. Ich kann aber in den 12 Schritten einfach keinen Weg sehen. Ich glaube es hat damit zu tun, daß Gott in meiner Wahrnehmung auf der Welt keine Wirksamkeit hat. Ich kann das leider beim besten Willen nicht erkennen. Für mich kommt alles was mit Gott zu tun hat nach dem Tod.
Was auf der Welt passiert, wird von Menschen gemacht.

Mit anderen Menschen mache ich immer dieselben Erfahrungen;
gar keine. Dadurch kann ich nicht lernen, wie Menschen „funktionieren“;
auf was sie reagieren (können). Da bin ich völlig ratlos.
Und es fällt mir schwer die wiederkehrende Ablehnung auszuhalten.
Mir ging das selbst in der Klinik so.
Mir kommen Menschen generell völlig unehrlich vor,
untereinander einem Gruppenzwang unterworfen.
Aber ich weiss das auch nicht wirklich.

Ich wäre sehr froh,
wenn ich einen Weg finden könnte,
nicht mehr unter dem Verhalten anderer Menschen
mit ihrer Abgrenzung leiden zu müssen.

Wie wichtig sind Zeit und Wochentag eines Meetings?

Liebe EA-Freunde,

als ich arbeitslos war, fand ich den Freitag und den Sonntag am schlimmsten und brauchte an diesen Tagen dringend ein Meeting. Denn meine Freunde arbeiteten fast alle, freitags waren sie erschöpft von der Arbeitswoche und bereiteten sich auf Highlights am Wochenende vor. Sonntags waren sie davon gesättigt und bereiteten sich auf die Arbeitswoche vor. So machte mir mein Umfeld meinen Mangel (finanziell, Anerkennung) durch Arbeit schmerzlich bewusst.

Deshalb würde ich gerne wieder ein Freitags- und vor allem ein Sonntags-EA-Meeting an meinem Wohnort sehen. Wie geht es Euch mit den Wochentagen und den Meetings?

G24h Markus (Köln)

EA-Meeting Köln Mittwoch schwächelt

Liebe EA-Freunde,

unser Mittwochs-Meeting in Köln schwächelt. Seit mindestens einem halben Jahr kommen nur ein oder zwei Personen. Doch der Schlüsseldienst wird zuverlässig und pünktlich ausgeführt. Und man sieht auch von außen, daß jemand da ist.

Wir wissen nicht, warum keiner mehr kommt. Habt Ihr Ideen, woran es liegt und wie wir alle das ändern können?

G24h Markus (Köln)