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Atheismus und Pluralität in EA

Was war das damals eine tolle Gruppe, 1986, in Darmstadt, in einem Raum der evangelischen Südostgemeinde am Herdweg! Brechend voll, 20 – 30 Leute saßen in der Runde, oft in zwei Reihen, man hielt sich die Hand, lehnte sich aneinander an. Die jüngsten kaum älter als zwanzig, die ältesten schon über siebzig.  Offen wurde über seelische Nöte gesprochen. Die plagten auch mich, aber ich verbarg sie, wo immer es möglich war.

SPIEGEL-Berichte von Jürgen Leinemann über die Anonymen Alkoholiker hatten mich neugierig auf diese „anonymen“ Gruppen gemacht. In Bonn regierte noch Helmut Kohl, in Ost-Berlin Honecker, das Privatfernsehen mit seinen Realityshows war gerade im Entstehen.

Sich mit Erkrankungen zu outen war zwar kein Novum mehr, für mich persönlich aber war die in dieser EA-Gruppe erlebte Offenheit und Herzlichkeit im Umgang miteinander neu und ungemein beeindruckend. Das teilweise religiöse Vokabular des „Programms“ sah ich skeptisch, überlagert wurde dieser Eindruck aber von der praktizierten Toleranz. Es konnte jeder reden, wie ihm der Schnabel gewachsen war. Sogar eine rüde Ausdrucksweise war geduldet, solange niemand persönlich angegriffen wurde.

Dass mit „Störung!“ bei Redebeiträgen interveniert und de facto oft auch kritisiert wird, habe ich damals nicht erlebt. Jedenfalls nicht in den Gruppen, die ich besuchte, auch nicht auf großen (über-) regionalen Treffen. Das EA-Buch versprach diese Toleranz ja auch: „Die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft in unserer Gemeinschaft ist ein aufrichtiger Wunsch, emotional gesund und stabil zu werden… Auch Personen mit keiner genau definierbaren Höheren Macht werden Mitglieder; auch Menschen, die den Glauben an eine höhere Macht … verloren haben.“

Dass die Natur, das Universum, das Schicksal Mächte sind, die größer sind als ich selbst, ist für mich eine Binsenwahrheit und keine Sache des Glaubens. Ungläubig glauben müsste ich aber, dass eine Welt, in der es so viel Leid und Unrecht gibt, von einem gütigen Gottvater geschaffen wurde und „regiert“ wird. Dieser Glaube fehlt mir – bis heute.

In einem Meeting zum 11. Schritt sprach ich vor einigen Monaten davon, wie ich als Atheist Besinnung und Meditation praktiziere. Das führte zur wütenden Reaktion eines anderen – während ich sprach und auch danach. Es sei ein „Höhere Macht-Bashing sondergleichen“, wenn und weil ich das monotheistische Gottesbild kritisch sehe. Aber wäre es nicht ein Etikettenschwindel, wenn 12-Schritte-Gruppen nach außen und in der Theorie die freie Deutbarkeit der „Höheren Macht“ betonen, aber innen und in der Praxis eine Gleichsetzung der Höheren Macht mit dem traditionellen Gottesbegriff stattfindet und erwartet wird?

Ich jedenfalls wurde in der Folge als angeblicher Saboteur des „Programms“ abgewertet und ausgegrenzt. War dieses Prinzip also nur noch Makulatur: „Jeder und jede hat das Recht auf die eigene Meinung und darf diese beim Meeting (im Rahmen der EA-Regeln) äußern. Wir sind alle gleich – niemand ist wichtiger als die anderen.“

Zum Glauben an Gott habe ich so nicht gefunden. Stattdessen ging mir der Glaube an diese konkrete Gruppe verloren und der in 30 Jahren gewachsene Glaube an die Gemeinschaft EA wurde nachhaltig erschüttert.

Ein EA-Oldie

Vorläufiger Ersatzstandort für EA-Gruppe München

Die EA-Gruppe München in der Arcisstr. 35 teilt folgendes mit:

Wegen einer Sanierungsmaßname im Diakoniewerk München-Maxvorstadt können die Treffen der Selbsthilfegruppe EA (Emotions Anonymous) in der Zeit
vom
08.05.2018 – 14.08.2018  nicht  in der Diakonie stattfinden.

Ersatzstandort:

jeden Dienstag um 18.30 Uhr – 20.30 Uhr

Alten- und Service Zentrum Obermenzing
Packenreiterstr. 48
81247 München

Meeting über Skype

Hallo liebe EA Leute und Interessierte,

ich bin dabei, eine neue EA-Gruppe via Skype (kein Bild, nur Ton) zu eröffnen. Ich habe die Idee bereits vor 4 Monaten umsetzen können. Anfangs mit großer Skepsis ob es technisch und besonders auch überhaupt wie ein meeting funktionieren kann. Doch dies tut es seit gut 4 Monaten. Wir lesen ganz wie im echten meeting Präambel , Schritte , Traditionen und die Gedanken zum Tag. Beginnen dann mit einer Befindlichkeitsrunde und danach reihum mit Wortmeldungen. Zum Abschluß das Gelassenheitsgebet, was zwar durch die unterschiedlichen Übertragungen, etwas durcheinander klingt, aber trotzdem ein schöner Abschluß ist.

Wir haben uns auch deshalb zusammen gefunden, da wir Schwierigkeiten hatten ein normales meeting zu erreichen, da fußkrank, Baby ohne Aufsicht, kein meeting vor Ort oder einfach bequem von zuhause aus, als Ergänzung bzw. zusätzliches meeting.

Unser bestehendes meeting ist quasi schon voll, daher möchte ich ein weiteres anstoßen und so eventuell eröffnen.

Ich schlage Mittwoch Abend vor, 19-19:30 Beginn, je nach Teilnehmerzahl 1-1,5 Stunden.
Wer Interesse hat und mitmachen möchte oder einfach nur Infos braucht, einfach melden

Viele Grüße und gute 24 Stunden
Thomas (ea-skype-thomas(ät)gmx.de)

„nur du alleine schaffst es, doch alleine schaffst du es nicht“

Du bist nicht allein – Versprechen und Verantwortung

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir eine Gemeinschaft sind, in die nur Zutritt erhält, wer nach mehreren frustrierenden Anläufen, immer noch nicht aufgibt und es noch einmal und noch einmal versucht.

Der Hintergrund – vor kurzem erhielt ich folgende Nachricht:  ….

Hallo liebe EA-Leute,

ich war von „XX-Monat*“ bis „YY-Monat*“ in der Adula-Klinik in Oberstdorf. Dort lernte ich u.a. EKS und KODA kennen. Beide Meetings decken sich stark mit meinen Eigenheiten.

Nun entlassen, fuhr ich gestern nach „XX-Stadt*“ zur „Selbsthilfe-Einrichtung*“. Der in der EA-Liste beschriebene Meetingraum war geschlossen und weit und breit kein Mensch, auch in der Einrichtung nicht. Enttäuscht fuhr ich wieder nach Hause. Eine email-Adresse oder Telefonnummer gab es nicht, wo ich mich hätte rückversichern können.

Beim EA-Meeting in „YY-Stadt*“ gibt es eine email-Adresse, aber auf meine Mail hin, ob das Meeting noch existiert und ob es heute stattfindet kam auch keine Nachricht.

Somit hab ich gleich zu Beginn zwei unschöne Erfahrungen gemacht und frage mich nun, ob das wohl allgemein so ist. Kann mir da jemand was dazu sagen?

*Angaben aus der Mail aus Anonymitätsgründen geändert

Dies ist kein Einzelfall und ist mir wieder und wieder in den eineinhalb Jahren begegnet, in denen ich hier in der Kontaktstelle Dienst mache. Mehr noch, der Schreibende hat sich wenigstens zurückgemeldet und nachgefragt, andere tun das nicht, denken sich nur ihren Teil, versuchen es nie wieder und geben diese negative Erfahrung weiter.

Um den bereits frustrierten Hilfesuchenden nicht noch weiter zu frustrieren, habe ich, Andrea (Kontaktstelle) beim Meeting in „XX-Stadt*“ angerufen und erfahren, dass sich diese Gruppe immer noch trifft und wohl nur keine Rückmeldung mehr an uns für die Meetingliste gegeben hat. Denn als Datum für den letzten Kontakt stand das Jahr 2015 in der Meetingliste.

Das Meeting in „YY-Stadt*“ hatte Ende letzten Jahres noch Rückmeldung gegeben und es hatte wohl einfach niemand die Zeit, in die Mailbox zu sehen, das kommt vor, ist verständlich aber bedauerlich, lässt sich aber nicht vermeiden.

Ich habe viel Arbeit damit, solchen frustrierten Hilfesuchenden zu antworten und sie zu ermutigen, es noch ein zweites oder manchmal ein drittes Mal zu versuchen. Manchmal wäre es auch besser, klar zu sagen, in dieser Stadt gibt es uns nicht. Aber auch dazu sind eindeutige Informationen nötig.

Deshalb meine Bitte und mein Appell: der Satz „Du bist nicht allein“ ist nicht nur ein Versprechen, es bedeutet auch Verantwortung.

Denkt bitte auch an diejenigen, für die es wichtig ist, dass eine Gruppe erreichbar ist und gefunden werden kann. Und meldet euch als Gruppe bitte auch dann zurück, wenn sich seit Jahren nichts bei Euch geändert hat. Das gibt uns und den Hilfesuchenden die Information und die Sicherheit, dass es euch noch gibt. Und erspart mir und den Hilfesuchenden viel, viel Arbeit und Mühe.

Gute 24 Stunden und liebe Grüße von

Andrea aus der Kontaktstelle

 

EA-Meeting Köln Mittwoch schwächelt

Liebe EA-Freunde,

unser Mittwochs-Meeting in Köln schwächelt. Seit mindestens einem halben Jahr kommen nur ein oder zwei Personen. Doch der Schlüsseldienst wird zuverlässig und pünktlich ausgeführt. Und man sieht auch von außen, daß jemand da ist.

Wir wissen nicht, warum keiner mehr kommt. Habt Ihr Ideen, woran es liegt und wie wir alle das ändern können?

G24h Markus (Köln)

Neues Meeting in Mönchengladbach

in Mönchengladbach-Rheydt startet ab Januar eine neue EA-Gruppe. Ab dem 25.01.2018 finden die wöchentlichen Meetings donnerstags von 19:00 – 20:30 Uhr im Paritätischen Zentrum in der Friedhofstraße 39 statt.

Weitere Informationen bei willikunterbunt(ät)gmail.com.

Einen guten Start und viele gute Meetings wünscht Euch

Andrea von der Kontaktstelle

 

English speaking meeting in Berlin

We are trying to set up an English speaking meeting in Berlin, We would be happy to find more friends who are interested to come together and share experiences and desire to improve their emotional well-being. Please contact us if you would like to get involved or want to be informed about the ongoing process: kontaktstelle(ät)ea-selbsthilfe.net.

Beiträge und Kommentare zum Gelassenheitsspruch

Seit ca. 1934 wurde von Reinhold Niebuhr in den USA (siehe WIKIPEDIA) ein Text in Predigten verwendet, der in längerer Form 1951 als „Serenity Prayer“ veröffentlicht, aber bewusst nicht mit Urheberrecht und Kopierschutz belegt wurde.

Eine um religiöse Begriffe gekürzte Version wurde von AA verwendet und die deutschsprachige Übersetzung mit „Gelassenheitsspruch“ bezeichnet. Er wird von vielen 12-Schritte-Gruppen als gemeinsamer Anfangs- oder Schlusspunkt des Meetings verwendet, evtl ergänzt durch Zusätze.

Mehrere längere deutsche Versionen kursierten in den 90er Jahren in Kreisen von AA, EA und A-Freizeiten in Deutschland.

Unter der Rubrik „Literatur“ stellte im Februar 2016 Martin (Münster) eine Datei „Der vollständige Gelassenheitsspruch – quer getippt“ ein.

Es gab einen Berichtigungswunsch bzgl. des Autors und so wurde die Datei im März 2016 ersetzt.

Weitere Kommentare werden nun hier zusammen veröffentlicht :

 

 

Neue Gruppe in Bergisch-Gladbach

In Bergisch-Gladbach gibt es eine neue Gruppe. Martin freut sich, wenn ihr Kontakt mit ihm aufnehmt und kommt. Er ist telefonisch unter 022 02 280 9355 oder 0176-53022328 erreichbar.

Einen guten Start, viele besetzte Stühle und gute Meetings wünscht Euch Andrea von der Kontaktstelle