Du bist nicht allein – Versprechen und Verantwortung

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir eine Gemeinschaft sind, in die nur Zutritt erhält, wer nach mehreren frustrierenden Anläufen, immer noch nicht aufgibt und es noch einmal und noch einmal versucht.

Der Hintergrund – vor kurzem erhielt ich folgende Nachricht:  ….

Hallo liebe EA-Leute,

ich war von „XX-Monat*“ bis „YY-Monat*“ in der Adula-Klinik in Oberstdorf. Dort lernte ich u.a. EKS und KODA kennen. Beide Meetings decken sich stark mit meinen Eigenheiten.

Nun entlassen, fuhr ich gestern nach „XX-Stadt*“ zur „Selbsthilfe-Einrichtung*“. Der in der EA-Liste beschriebene Meetingraum war geschlossen und weit und breit kein Mensch, auch in der Einrichtung nicht. Enttäuscht fuhr ich wieder nach Hause. Eine email-Adresse oder Telefonnummer gab es nicht, wo ich mich hätte rückversichern können.

Beim EA-Meeting in „YY-Stadt*“ gibt es eine email-Adresse, aber auf meine Mail hin, ob das Meeting noch existiert und ob es heute stattfindet kam auch keine Nachricht.

Somit hab ich gleich zu Beginn zwei unschöne Erfahrungen gemacht und frage mich nun, ob das wohl allgemein so ist. Kann mir da jemand was dazu sagen?

*Angaben aus der Mail aus Anonymitätsgründen geändert

Dies ist kein Einzelfall und ist mir wieder und wieder in den eineinhalb Jahren begegnet, in denen ich hier in der Kontaktstelle Dienst mache. Mehr noch, der Schreibende hat sich wenigstens zurückgemeldet und nachgefragt, andere tun das nicht, denken sich nur ihren Teil, versuchen es nie wieder und geben diese negative Erfahrung weiter.

Um den bereits frustrierten Hilfesuchenden nicht noch weiter zu frustrieren, habe ich, Andrea (Kontaktstelle) beim Meeting in „XX-Stadt*“ angerufen und erfahren, dass sich diese Gruppe immer noch trifft und wohl nur keine Rückmeldung mehr an uns für die Meetingliste gegeben hat. Denn als Datum für den letzten Kontakt stand das Jahr 2015 in der Meetingliste.

Das Meeting in „YY-Stadt*“ hatte Ende letzten Jahres noch Rückmeldung gegeben und es hatte wohl einfach niemand die Zeit, in die Mailbox zu sehen, das kommt vor, ist verständlich aber bedauerlich, lässt sich aber nicht vermeiden.

Ich habe viel Arbeit damit, solchen frustrierten Hilfesuchenden zu antworten und sie zu ermutigen, es noch ein zweites oder manchmal ein drittes Mal zu versuchen. Manchmal wäre es auch besser, klar zu sagen, in dieser Stadt gibt es uns nicht. Aber auch dazu sind eindeutige Informationen nötig.

Deshalb meine Bitte und mein Appell: der Satz „Du bist nicht allein“ ist nicht nur ein Versprechen, es bedeutet auch Verantwortung.

Denkt bitte auch an diejenigen, für die es wichtig ist, dass eine Gruppe erreichbar ist und gefunden werden kann. Und meldet euch als Gruppe bitte auch dann zurück, wenn sich seit Jahren nichts bei Euch geändert hat. Das gibt uns und den Hilfesuchenden die Information und die Sicherheit, dass es euch noch gibt. Und erspart mir und den Hilfesuchenden viel, viel Arbeit und Mühe.

Gute 24 Stunden und liebe Grüße von

Andrea aus der Kontaktstelle

 

2 Gedanken zu „Du bist nicht allein – Versprechen und Verantwortung

  1. Andrea

    Ich kann gut verstehen, dass ein Meeting auch einmal ausfallen kann, vor allem, wenn die Gruppe klein ist. Das kann in einer kleinen Gruppe, wo sich die Mitglieder kennen, sicher auch den Einzelnen mitgeteilt werden. Da hat jede Gruppe ihre eignen Mitteilungswege.

    Aber für Menschen, die neu dazu kommen und die Gruppe nicht kennen, sollte deutlich über der veröffentlichten Liste im Internet stehen: Bitte nehmt immer zuerst Kontakt mit der Gruppe auf.

    Denn wenn ich bei einer aktuellen Liste lese, dass sich die Gruppe X montags von 18:00 bis 20:00 Uhr im Selbsthilfezentrum Y trifft, dann gehe ich davon aus, dass ich einfach da hingehen kann. Und stehe damit vor verschlossener Tür. Es liegt in der Verantwortung derjenigen, die diese Liste veröffentlichen, darauf hinzuweisen, dass es immer besser ist, zuerst Kontakt zur Gruppe aufzunehmen, bevor man einfach hingeht.

    Ich würde diesen Hinweis deutlich anbringen, auf der Homepage aber auch auf der Liste selber. Wer dann noch vor verschlossener Tür steht, ist wirklich selber schuld.

    Gute 24 Stunden
    Andrea

    Antworten
  2. Christine

    das ist sehr enttäuschend für die hilfesuchende Person.
    Ob es sich vermeiden lässt ist fraglich. Natürlich sollten die Meetingsdaten stets aktuell gehalten werden.
    Dies ist die Verantwortung der Gruppen. Und es sollte eine Kontaktmöglichkeit bestehen, am besten mit einer Gruppen-e-Mail-Adresse, die aber auch bedient wird.
    Unsere Gruppe ist sehr klein und es kommt vor, dass das Meeting mal nicht stattfindet weil 1-2 Personen nicht können. Wir empfehlen Neuen, immer vorher Kontakt aufzunehmen.
    gute 24 Stunden
    Christine

    Antworten

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