12 Schritte als Weg

Liebe Leute!

Mein Name ist Christian, ich bin hochsensibel, chronisch einsam und emotional instabil.

Ich habe einige Jahre versucht die 12 Schritte zu machen. Ich bin dankbar für die Menschen, die ich in den Meetings erleben durfte. Ich kann aber in den 12 Schritten einfach keinen Weg sehen. Ich glaube es hat damit zu tun, daß Gott in meiner Wahrnehmung auf der Welt keine Wirksamkeit hat. Ich kann das leider beim besten Willen nicht erkennen. Für mich kommt alles was mit Gott zu tun hat nach dem Tod.
Was auf der Welt passiert, wird von Menschen gemacht.

Mit anderen Menschen mache ich immer dieselben Erfahrungen;
gar keine. Dadurch kann ich nicht lernen, wie Menschen „funktionieren“;
auf was sie reagieren (können). Da bin ich völlig ratlos.
Und es fällt mir schwer die wiederkehrende Ablehnung auszuhalten.
Mir ging das selbst in der Klinik so.
Mir kommen Menschen generell völlig unehrlich vor,
untereinander einem Gruppenzwang unterworfen.
Aber ich weiss das auch nicht wirklich.

Ich wäre sehr froh,
wenn ich einen Weg finden könnte,
nicht mehr unter dem Verhalten anderer Menschen
mit ihrer Abgrenzung leiden zu müssen.

2 Gedanken zu „12 Schritte als Weg

  1. Frank

    Christian,

    Wie sehr ich Dir nachfühlen kann! Vor vielen Jahren war ich selber in der Situation, mein Vertrauen in die Menschen und ganz besonders in diesen Gott verloren hatte. Manchmal habe ich wochenlang mit niemandem gesprochen außer vielleicht einem „Guten Tag“ an der Supermarktkasse.

    Das ging so bis eines Tages das Elend zu groß wurde und ich mich an die EA meetings erinnert habe. Dort ist es dann passiert: Ich bin aufgestanden(!) und habe den versammelten EA-Freunden und Freundinnen meine Machtlosigkeit gestanden und – bedingungslos – kapituliert. Ich habe mich in meiner Verzweiflung völlig in die Obhut der Gruppe begeben, mir der Überzeugung, schlimmer KANN es nicht mehr werden.
    Und was passierte? Die Gruppe sagte fast einstimmig „Willkommen in der EA“.

    Doch selbst da habe ich mir sehr schwer mit der Vorstellung getan, ich solle irgendetwas diesem ominösen Gott überlassen. Nach einigem hin und her habe ich dann beschlossen, für mich den Begriff „Gott“ durch „Schicksal“ zu ersetzen. Das hat mir ermöglicht, nach meiner bedingungslosen Kapitulation den schweren zweiten Schritt zumindest im Ansatz zu beschreiten.
    Nach einiger Zeit kam mir dann der glorreiche Gedanke, mich von meinem belasteten Gottesbild zu entledigen und diesen Gott, der im Programm erwähnt wird, als meinen ehrlichsten und stets anwesenden Freund zu betrachten.

    Letztlich ist es mir so gelungen, auf diesem Weg meinen Frieden mit Gott – so wie ich ihn verstehe(!!) – zu machen. Heute ist dieser Freund und Mentor aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken und ich lege mein Schicksal vertrauensvoll in dessen Hände.

    Ich wünsche Dir einen guten Tag, wann immer Du ihn brauchst,

    Frank

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  2. Werner (München)

    Christian,
    danke für Dein Dich-Zeigen.
    Ich habe für mich einen Weg gefunden: Selbstmitgefühl – das Mitgefühl mit mir selbst.
    (Es gibt auch eine wundervolle Internetseite dazu: http://www.selbstmitgefuehl.de)
    Ich bin mir selbst liebevolle Eltern geworden.
    Und ich merke, dass auf diesem Weg meine Liebe auch zu anderen fliesst, und ich auch von ihnen Liebe erhalte.
    In seinem Buch „Die Wunde der Ungeliebten“ schreibt Peter Schellenbaum:
    „Nicht die Liebe eines anderen Menschen kann uns von frühem Ungeliebtsein heilen, sondern die Liebe, die wir uns im Fluss zugewandter Aufmerksamkeit selbst geben.“ Für mich stimmt das.
    Alles Gute auf Deinem Weg!
    Werner

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