12 Schritte als Weg

Liebe Leute!

Mein Name ist Christian, ich bin hochsensibel, chronisch einsam und emotional instabil.

Ich habe einige Jahre versucht die 12 Schritte zu machen. Ich bin dankbar für die Menschen, die ich in den Meetings erleben durfte. Ich kann aber in den 12 Schritten einfach keinen Weg sehen. Ich glaube es hat damit zu tun, daß Gott in meiner Wahrnehmung auf der Welt keine Wirksamkeit hat. Ich kann das leider beim besten Willen nicht erkennen. Für mich kommt alles was mit Gott zu tun hat nach dem Tod.
Was auf der Welt passiert, wird von Menschen gemacht.

Mit anderen Menschen mache ich immer dieselben Erfahrungen;
gar keine. Dadurch kann ich nicht lernen, wie Menschen „funktionieren“;
auf was sie reagieren (können). Da bin ich völlig ratlos.
Und es fällt mir schwer die wiederkehrende Ablehnung auszuhalten.
Mir ging das selbst in der Klinik so.
Mir kommen Menschen generell völlig unehrlich vor,
untereinander einem Gruppenzwang unterworfen.
Aber ich weiss das auch nicht wirklich.

Ich wäre sehr froh,
wenn ich einen Weg finden könnte,
nicht mehr unter dem Verhalten anderer Menschen
mit ihrer Abgrenzung leiden zu müssen.

7 Gedanken zu „12 Schritte als Weg

  1. Sam

    Hallo,
    ich bin nicht in einer Selbsthilfegruppe, bin aber auf der Suche… auf diese Berichte und Antworten zu Christians Problem gestossen und sehr erschrocken…
    Wer sagt und woher wollt Ihr wissen dass er, Christian, und Ihr nicht geliebt wurdet – auch Menschen, die lieben machen Fehler gegenüber Menschen, die sie lieben und sind nicht immer ehrlich, um eben auch selber in der Welt bestehen zu können und ihren Platz zu finden. Sie haben vielleicht auch Probleme, lieben Euch aber sehr (??) ….
    Es scheint, als wenn Christian und Ihr bisher nicht geliebt und angenommen wurdet??? Wisst Ihr das so genau oder redet Ihr Euch das ein? Es stimmt mich sehr traurig und ich bin darüber auch erschrocken.
    Ich wünsche Euch ganz viel Liebe und einen für Euch wohl gelungenen Tag.

    Antworten
  2. Werner (München)

    zu meiner Antwort vom 20. Februar: Korrektur Link
    Der Link http://www.selbstmitgefuehl.de hat auf die Seite von Christine Brähler geführt und funktioniert heute nicht mehr.
    Hier ist der direkte Link zu der Seite von Christine Brähler:
    http://christinebraehler.com/de/
    dort findest Du zum Thema Selbstmitgefühl einen Hinweis auf einen Ratgeber (Buch), (kostenlose) Meditationen und weitere Texte.
    Gute 24h!
    Werner

    Antworten
  3. Anna

    Christian, mein Beileid! Über die Suche nach einer Selbsthilfe-Gruppe bin ich auf dieser Seite gelandet und sehe… Gott?! o.0
    Ich verstehe dich 100%-ig und halte dich nicht für krank, sondern für stark – du kriegst das schon hin.
    Bin auch hochsensibel, war chronisch einsam und bin immernoch emotional instabil. Aber das sind sehr viele Menschen! Tatsächlich lügen die meisten Menschen auch, mal mehr, mal weniger. Ich habe das, was du als Gruppenzwang siehst, als soziale Spielchen und als Verarschung erlebt, wo ich nicht mitmachen wollte. Aber ohne das geht’s nicht! Schlussendlich ist doch jeder Mensch ein soziales Wesen und braucht wenigstens einen Menschen, der ihn mag und -Vorsicht jetzt wird’s cheesy- genau den habe ich getroffen. Obwohl ich mir geschworen hatte nie wieder Beziehungen zu führen, ich wollte absichtlich (chronisch) einsam sein! Das Wichtigste ist für mich gewesen, dass ich begriffen habe, dass sich niemand ehrlich für mich interessiert (außer dieser eine Mensch) und ich so bin wie jede/r andere und nach und nach eine Trennlinie zwischen mir und der Umwelt gezogen habe. Das Zweitwichtigste ist nun herauszufinden, was mein Platz auf dieser Welt sein wird.
    Ich wünsche dir dir selbst treu zu bleiben, unbefangen auf Leute, die dir gefallen, zuzugehen und dein Glück, egal ob Mensch/ Ding/ Tun, zu finden!

    Antworten
  4. Georg

    Hallo Christian,

    Ich bin vor 20 Jahren, während eines Klinikaufenthalts in Grönenbach
    Zum ersten Mal auf das 12 Schritte Programm aufmerksam geworden und habe dort auch meine ersten Meetings besucht.
    Am Anfang war für mich das alles sehr befremdlich. Mein Ego streubte sich wehement dagegen zuzugeben, dass ich Hilfe brauche.“ Ich bin doch nicht so krank , wie die andern“, Jahre lang habe ich mit aller Kraft versucht ein äußeres Bild von mir aufrecht zu erhalten, das von Stärke Erfolg und angepasster
    Funktionalität bestimmt war. Ich wollte in der Welt, liebe Erfolg und Anerkennung. Das hat so viel Kraft gekostet und schließlich zum psychischen Zusammenbruch geführt. Damals konnte ich darin nur eine Schwäche und ein Versagen sehen. Heute weiß ich, dass mir nichts besseres passieren konnte.
    Ich musste mein ganzes Verständnis von mir, der Welt und der Menschen hinterfragen und für mich neue Antworten finden.

    Heute weiß ich, dass ich , oder besser der kranke Teil in mir ich nenne es Ego,
    Versuchte den gesunden Teil in mir, den jeder Mensch hat, Du auch !!! zu hindern den Ersten Schritt der 12 Schritte zu gehen. Die bedingungslose Kapitulation.

    Damals war das alles fremd für mich, da ich mich nur mit meinem
    Ego identifiziert habe. Und es hat lange gedauert bis ich mich wirklich auf das Programm einlassen konnte.

    Und richtig verstanden habe ich den Sinn des 12 Schritte Programms
    Erst jetzt, als ich das Buch von Eckehart Tolle „Jetzt, die Kraft der Gegenwart “ gelesen habe.

    Gesundung, echtes Glück und Friede mit sich und der Welt erreichen wir nur, wenn wir aufhören es in der materiellen Welt zu suchen.
    In dieser Welt der Formen glauben wir getrennte Wesen zu sein.
    Wir nehmen uns als Ich war und den anderen als du,

    Im innersten gibt es jedoch in jedem Menschen einen gesunden Kern.
    Eine Kraft eine Energie, die die gesamte sichtbare materielle Welt geformt hat
    Und durch die wir mit allem verbunden sind. Tolle beschreibt das so treffend
    Wie zwei Sonnenstrahlen die sich gegenseitig betrachten und nicht wissen, dass sie alle mit der einen Sonne verbunden sind.

    Wenn wir wieder Zugang zu dieser Energie bekommen, dann können wir erkennen, wie der andere Teil, das Ego, tickt. Und je mehr wir unser Leben durch diese Kraft, man kann sie auch , Gott wie wir ihn verstehen, oder bedingungslose Liebe nennen, leiten lassen und nicht unser Handeln nach den Wünschen des Egos ausrichten, wird sich Glück Zufriedenheit Annahme einstellen.
    Dann werden wir uns verändern und automatisch auch unsere Beziehungen zu anderen Menschen

    Liebe Grüße Georg

    Antworten
  5. Frank

    Christian,

    Wie sehr ich Dir nachfühlen kann! Vor vielen Jahren war ich selber in der Situation, mein Vertrauen in die Menschen und ganz besonders in diesen Gott verloren hatte. Manchmal habe ich wochenlang mit niemandem gesprochen außer vielleicht einem „Guten Tag“ an der Supermarktkasse.

    Das ging so bis eines Tages das Elend zu groß wurde und ich mich an die EA meetings erinnert habe. Dort ist es dann passiert: Ich bin aufgestanden(!) und habe den versammelten EA-Freunden und Freundinnen meine Machtlosigkeit gestanden und – bedingungslos – kapituliert. Ich habe mich in meiner Verzweiflung völlig in die Obhut der Gruppe begeben, mir der Überzeugung, schlimmer KANN es nicht mehr werden.
    Und was passierte? Die Gruppe sagte fast einstimmig „Willkommen in der EA“.

    Doch selbst da habe ich mir sehr schwer mit der Vorstellung getan, ich solle irgendetwas diesem ominösen Gott überlassen. Nach einigem hin und her habe ich dann beschlossen, für mich den Begriff „Gott“ durch „Schicksal“ zu ersetzen. Das hat mir ermöglicht, nach meiner bedingungslosen Kapitulation den schweren zweiten Schritt zumindest im Ansatz zu beschreiten.
    Nach einiger Zeit kam mir dann der glorreiche Gedanke, mich von meinem belasteten Gottesbild zu entledigen und diesen Gott, der im Programm erwähnt wird, als meinen ehrlichsten und stets anwesenden Freund zu betrachten.

    Letztlich ist es mir so gelungen, auf diesem Weg meinen Frieden mit Gott – so wie ich ihn verstehe(!!) – zu machen. Heute ist dieser Freund und Mentor aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken und ich lege mein Schicksal vertrauensvoll in dessen Hände.

    Ich wünsche Dir einen guten Tag, wann immer Du ihn brauchst,

    Frank

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  6. Werner (München)

    Christian,
    danke für Dein Dich-Zeigen.
    Ich habe für mich einen Weg gefunden: Selbstmitgefühl – das Mitgefühl mit mir selbst.
    (Es gibt auch eine wundervolle Internetseite dazu: http://www.selbstmitgefuehl.de)
    Ich bin mir selbst liebevolle Eltern geworden.
    Und ich merke, dass auf diesem Weg meine Liebe auch zu anderen fliesst, und ich auch von ihnen Liebe erhalte.
    In seinem Buch „Die Wunde der Ungeliebten“ schreibt Peter Schellenbaum:
    „Nicht die Liebe eines anderen Menschen kann uns von frühem Ungeliebtsein heilen, sondern die Liebe, die wir uns im Fluss zugewandter Aufmerksamkeit selbst geben.“ Für mich stimmt das.
    Alles Gute auf Deinem Weg!
    Werner

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